Wer bin ich?
Warum sich nicht anstecken lassen, von jemanden dessen Schaffensfreude sich auf Philosophie, Literatur, Musik und die eigene Lebensgestaltung ausdehnte? Friedrich Nietzsche (1844-1900) hält für das Entdecken der eigenen Persönlichkeit und das Aktivieren der gestalterischen Mittel einiges an Ideen und Inspiration bereit. Hier teile ich gerne ein Gedicht von ihm, eher wenig bekannt, das mich im Alter von etwa 25 Jahren genau traf und meine Gedanken auf die Reise zu einem rätselhaften Ort schickte - mir selbst. Viel Freude beim nach- und weiterdenken:
Bitte
Ich kenne mancher Menschen Sinn
Und weiß nicht, wer ich selber bin!
Mein Auge ist mir viel zu nah –
Ich bin nicht, was ich seh und sah.
Ich wollte mir schon besser nützen,
Könnt‘ ich mir selber ferner sitzen.
Zwar nicht so ferne wie mein Feind!
Zu fern sitzt schon der nächste Freund –
Doch zwischen dem und mir die Mitte!
Erratet ihr, um was ich bitte?